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62. Oldenburger Landesturnier
20. bis 25. Juli 2010

Pressemitteilung Nr. 1 vom 09.05.2005

Landesturnier sattelt auf Sechs-Tage-Woche um

Beginn schon am Dienstag - Rund 90 000 Euro an Geld- und Sachprämien

RRV Rastede. Mit wiederum rund 100 Programmpunkten, darunter bis jetzt 90 sportlichen Prüfungen, schließt sich das Landesturnier 2005 fast nahtlos an die Reihe der Großveranstaltungen der letzten Jahre im Rasteder Schlosspark an. Diese 57. Auflage der größten deutschen Pferdeleistungsschau ihrer Art wartet im nationalen Turnierkalender jedoch mit einem Zeitrahmen auf, der in der Geschichte der Landesturniere einmalig ist: Aus dem einstigen "Wochenendwettkampf" der Oldenburger Reiter am 28. und 29. Juni 1949 in Cloppenburg, dem ersten Landesturnier der Nachkriegszeit, ist jetzt ein fast einwöchiges Großereignis geworden.

Denn der Renn- und Reitverein Rastede und der Reiterverband Oldenburg als Veranstalter haben nach sorgfältigen internen Vorbesprechungen für das Landesturnier praktisch die "Sechs-Tage-Woche" (19.- 24. Juli) eingeführt. Im Vorjahr musste bekanntlich aus einer wetterbedingten Notlage heraus kurzfristig umgeplant und das Turnier bis Montagnachmittag verlängert werden. Deshalb kam der Organisationsstab unter Wolfgang Teske jetzt nach Rücksprache mit zahlreichen aktiven Reitsportlern zu dem Beschluss, die 57. Veranstaltung ganz offiziell um einen Tag zu erweitern. Das seit Jahren in Art, Umfang und Nennungen ständig gewachsene Familienfest der Oldenburger Reiter beginnt somit bereits am Dienstagnachmittag, und zwar mit der Qualifikationsprüfung für 4-jährige Oldenburger Pferde und der Einlaufprüfung von 6-jährigen Deutschen Springpferden, die eine Qualifikation für das Bundeschampionat erreichen wollen.

Im Mittelpunkt des Interesses der rund 30 000 erwarteten Besucher aber werden unter anderem folgende seit jeher mit Spannung verfolgten Prüfungen stehen:

- Die Oldenburger Meisterschaften im Springen, in der Dressur und Vielseitigkeit sowie im Fahren Zweispänner.
- Die Große Tour Springen mit dem Preis der "Öffentlichen Versicherungen" und die Große Tour Dressur mit dem "Grand Prix Spezial".
- Die Zeitspringprüfung "Buddelei Trophy" am Samstagabend.
- Das Rasteder Viererzug-Championat "Preis der Oldenburgischen Landesbank".
- Das S-Springen mit Stechen "Championat der Landessparkasse zu Oldenburg".
- Die Ride & Drive Prüfung der EWE am Samstagabend.

Zu den Rasteder Reitertagen 2005 werden mehr als 500 Reiterinnen und Reiter mit über 1000 Pferden erwartet, die Zahl der Nennungen (Reservierungen) dürfte bis zum Nennungsschluss am 21. Juni bei gut 3500 liegen. Mit Geld- und Sachprämien im Wert von rund 90 000 Euro und einem Gesamtetat von fast 400 000 Euro ist das Landesturnier für die aktiven Teilnehmer auch ein finanzieller Anreiz und dazu ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Oldenburger Raum.

Military weiter im Aufwind

Erstmals messen sich die Ponys mit den Großpferden

RRV Rastede. Wenn beim Landesturnier 2005 am Freitag und Sonntag die Oldenburger Vielseitigkeitsreiter zu ihrem Wettstreit um Meistertitel und Landesstandarte antreten, dann könnte es diesmal zu einem Starterfeld der Superlative kommen. Denn Reiterverbands-Vorsitzender Ludger Fischer hat sich praktisch selbst "in die Pflicht" genommen, als er in Gesprächen zuversichtlich ankündigte, in diesem Jahr sei sicherlich mit rund 100 Startnennungen zu rechnen. Die Gründe für Fischers Optimismus liegen zum einen in dem schon im Vorjahr verzeichneten "Run" auf die neu konstruierte Rasteder A-Military, zum anderen in den enormen Anstrengungen des Verbandes, die Vielseitigkeitsreiterei durch zahlreiche Lehrgänge zu fördern.

So sind beispielsweise bis Ende April im Verbandsbereich nicht weniger als neun mindestens zehnstündige Ausbildungskurse durch die Reitlehrer Wilhelm Brundiers und Harry Klugmann sowohl bei Brundiers in Ehren als auch auf den Reitanlagen von Karl Moormann in Hausstette und Dirk Sandstede in Edewecht-Osterscheps durchgeführt worden. Hinzu kamen bzw. kommen noch für junge und zumeist recht unerfahrene Reiterinnen und Reiter sogenannte "Vorbereitungsturniere" als Übung mit dem Blick auf eine spätere Teilnahme in Rastede. Als Austragungsorte hierfür wurden Ganderkesee, Löningen, Boen-Bunnen, Dörpen, Berne, Osterbrock, Dötlingen, Helle und Ehren ausgesucht.

Nicht zuletzt aber dürfte die "Starterzahl 100" deshalb realistisch sein, weil erstmals in Rastede auch Ponys am Sonntag in die für die Großpferde konzipierte A-Geländestrecke integriert werden. Die Querfeldein-Bahn ist rund 2500 Meter lang und führt zum größten Teil über den Turnierplatz, auf dem während dieses Military-Finales keine anderen Prüfungen stattfinden.

Springen und Laufen mit Pferd und Stab

Ein Zweikampfspringen der besonderen Art

RRV Rastede. Bevor am Spätnachmittag des 24. Juli das 57. Landesturnier langsam zu Ende geht, gibt es auf dem Rasen des Rasteder Schoßparks noch einen Zweikampf der besonderen Art - eine Kombination von Springen und Laufen zwischen Reitern und Kurzstreckensprintern mit Staffelstab.

Denn in der Springprüfung Nummer 90 treten beim Landesturnier mehrere Mannschaften aus den sechs Kreisreiterverbänden des Reiterverbandes Oldenburg gegeneinander an, die jeweils aus einem Sprinter und einem Reiter oder einer Reiterin bestehen. Jeder KRV darf jedoch nur eine Mannschaft melden, wobei der Reiter/die Reiterin sich den laufenden Partner selbst aussuchen darf - dieser aber braucht nicht einmal Mitglied eines Reitervereins sein oder aus dem Oldenburger Raum stammen. Nach den Regeln gehen zunächst immer zwei Teams zur gleichen Zeit an den Start, wobei zuerst die Läufer einen mit Hindernissen bestückten Parcours zu bewältigen haben und danach einen mitgeführten Staffelstab ihrem wartenden Reitpartner übergeben müssen. Der kann dann seinem Pferd die Sporen geben und muss so schnell wie möglich die Hindernisse eines Springparcours Klasse L bewältigen. Die Zeit wird gestoppt, wenn Sprinter, Reiter und Stab über die Ziellinie gekommen sind. Abwurffehler werden mit je 5 Strafsekunden geahndet, die jeweils punktbeste Mannschaft kommt eine Runde weiter.

"Nationenpreis" der Bezirksverbände

Neues Mannschaftsspringen mit auswärtiger Konkurrenz

RRV Rastede. Die Beliebtheit von Mannschaftsspringen aller Art bei Aktiven und Zuschauern hat im Programm des 57. Landesturniers zu einem neuen Wettbewerb geführt: Mit 1000 Euro Siegesprämie und einem Züchterpreis ist eine Springprüfung der Klasse M für Mannschaften ausgeschrieben worden.

Das Besondere an dieser Teamprüfung aber ist das angesetzte "Nationenpreis-Verfahren", nach dem die startenden Mannschaften aus je vier Reitern bestehen müssen, von denen drei gewertet werden. In Rastede vorgesehen sind zunächst pro Team zwei Umläufe über einen 300 - 400 Meter langen Parcours auf dem Hauptplatz, die Zahl der Hindernisse einschließlich der Kombinationen wird etwa 14 betragen, die Stangen o.ä. werden bis zu 1,40 Meter hoch sein. Sollten nach den zwei Umläufen mehrere Mannschaften punktgleich sein, fällt die Entscheidung über Sieg und Platz in einem Stechen nach Fehlerpunkten und Zeit. Hier darf jedoch aus jedem Team nur ein Reiter an der Start gehen, der vom Mannschaftsführer bestimmt wird.

Startberechtigt in dieser neuen Prüfung ist je eine Mannschaft aus den vier Bezirksverbänden des Landesverbandes Weser Ems (Oldenburg, Ostfriesland, Emsland und Osnabrück). Hinzu kommen auf besondere Einladung der Veranstalter aus anderen Bezirksverbänden drei weitere Mannschaften, die von den jeweiligen Verbänden benannt werden müssen. Die Startreihenfolge wird durch das Los bestimmt. Zugelassen für den Wettkampf sind alle Altersstufen der Leistungsklassen 2 und 3, was die Chancen für Nachwuchsreiter beträchtlich erhöht. Die eingesetzten Pferde müssen jedoch mindestens siebenjährig sein. Der im Vorjahr ausgetragene "Preis der Oldenburger Medaillengewinner", ebenfalls eine Mannschaftsprüfung nach dem Nationenpreis-Verfahren, ist diesmal nicht im Programm.

Neugestaltung von Zentralbereich und Parcoursbegrenzung

RRV Rastede. Die 2002 begonnene Umgestaltung des Zentralbereiches am alten Richterturm wird in diesem Jahr neuen Erkenntnissen aus Turnier-Struktur und -Organisation angepasst. Das Erdgeschoss im Turm bleibt dabei aber weiterhin eine Art zentrale Anlaufstelle mit Turnierleitung und Sekretariat, an den Seiten schließen sich Informationszentrum und Pressezelt an. In Richtung Hauptplatz wird die neue moderne mobile Richterkabine aufgebaut. Ehrenpreis-Ausgabestelle und VIP-Zelt mit Tribünen bleiben im Bereich um das ehemalige "Pulvermanns Grab". Neugestaltet wurde auch die Parcoursbegrenzung gegenüber der Haupttribüne - sie wurde so begradigt, dass nunmehr die zum Platz hin zu öffnenden Längsseiten der drei Sonder-VIP-Zelte und des großen öffentlichen Zeltbetriebes in einer Linie liegen.

© Renn- und Reitverein Rastede e.V. (Daniel Block) 2000-2011