Pressemitteilung Nr. 1 vom 09.05.2005
Landesturnier sattelt auf Sechs-Tage-Woche um
Beginn schon am Dienstag - Rund 90 000 Euro an Geld- und Sachprämien
RRV Rastede. Mit wiederum rund 100 Programmpunkten, darunter bis jetzt 90 sportlichen Prüfungen,
schließt sich das Landesturnier 2005 fast nahtlos an die Reihe der Großveranstaltungen der letzten
Jahre im Rasteder Schlosspark an. Diese 57. Auflage der größten deutschen Pferdeleistungsschau ihrer
Art wartet im nationalen Turnierkalender jedoch mit einem Zeitrahmen auf, der in der Geschichte der
Landesturniere einmalig ist: Aus dem einstigen "Wochenendwettkampf" der Oldenburger Reiter am 28. und
29. Juni 1949 in Cloppenburg, dem ersten Landesturnier der Nachkriegszeit, ist jetzt ein fast einwöchiges
Großereignis geworden.
Denn der Renn- und Reitverein Rastede und der Reiterverband Oldenburg als Veranstalter haben nach
sorgfältigen internen Vorbesprechungen für das Landesturnier praktisch die "Sechs-Tage-Woche"
(19.- 24. Juli) eingeführt. Im Vorjahr musste bekanntlich aus einer wetterbedingten Notlage heraus
kurzfristig umgeplant und das Turnier bis Montagnachmittag verlängert werden. Deshalb kam der
Organisationsstab unter Wolfgang Teske jetzt nach Rücksprache mit zahlreichen aktiven Reitsportlern
zu dem Beschluss, die 57. Veranstaltung ganz offiziell um einen Tag zu erweitern. Das seit Jahren in
Art, Umfang und Nennungen ständig gewachsene Familienfest der Oldenburger Reiter beginnt somit bereits
am Dienstagnachmittag, und zwar mit der Qualifikationsprüfung für 4-jährige Oldenburger Pferde und der
Einlaufprüfung von 6-jährigen Deutschen Springpferden, die eine Qualifikation für das Bundeschampionat
erreichen wollen.
Im Mittelpunkt des Interesses der rund 30 000 erwarteten Besucher aber werden unter anderem folgende seit
jeher mit Spannung verfolgten Prüfungen stehen:
- Die Oldenburger Meisterschaften im Springen, in der Dressur und Vielseitigkeit sowie im Fahren Zweispänner.
- Die Große Tour Springen mit dem Preis der "Öffentlichen Versicherungen" und die Große Tour Dressur
mit dem "Grand Prix Spezial".
- Die Zeitspringprüfung "Buddelei Trophy" am Samstagabend.
- Das Rasteder Viererzug-Championat "Preis der Oldenburgischen Landesbank".
- Das S-Springen mit Stechen "Championat der Landessparkasse zu Oldenburg".
- Die Ride & Drive Prüfung der EWE am Samstagabend.
Zu den Rasteder Reitertagen 2005 werden mehr als 500 Reiterinnen und Reiter mit über 1000
Pferden erwartet, die Zahl der Nennungen (Reservierungen) dürfte bis zum Nennungsschluss am
21. Juni bei gut 3500 liegen. Mit Geld- und Sachprämien im Wert von rund 90 000 Euro und einem
Gesamtetat von fast 400 000 Euro ist das Landesturnier für die aktiven Teilnehmer auch ein finanzieller
Anreiz und dazu ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Oldenburger Raum.
Military weiter im Aufwind
Erstmals messen sich die Ponys mit den Großpferden
RRV Rastede. Wenn beim Landesturnier 2005 am Freitag und Sonntag die Oldenburger Vielseitigkeitsreiter zu
ihrem Wettstreit um Meistertitel und Landesstandarte antreten, dann könnte es diesmal zu einem Starterfeld
der Superlative kommen. Denn Reiterverbands-Vorsitzender Ludger Fischer hat sich praktisch selbst
"in die Pflicht" genommen, als er in Gesprächen zuversichtlich ankündigte, in diesem Jahr sei sicherlich
mit rund 100 Startnennungen zu rechnen. Die Gründe für Fischers Optimismus liegen zum einen in dem schon
im Vorjahr verzeichneten "Run" auf die neu konstruierte Rasteder A-Military, zum anderen in den enormen
Anstrengungen des Verbandes, die Vielseitigkeitsreiterei durch zahlreiche Lehrgänge zu fördern.
So sind beispielsweise bis Ende April im Verbandsbereich nicht weniger als neun mindestens zehnstündige
Ausbildungskurse durch die Reitlehrer Wilhelm Brundiers und Harry Klugmann sowohl bei Brundiers in Ehren
als auch auf den Reitanlagen von Karl Moormann in Hausstette und Dirk Sandstede in Edewecht-Osterscheps
durchgeführt worden. Hinzu kamen bzw. kommen noch für junge und zumeist recht unerfahrene Reiterinnen
und Reiter sogenannte "Vorbereitungsturniere" als Übung mit dem Blick auf eine spätere Teilnahme in
Rastede. Als Austragungsorte hierfür wurden Ganderkesee, Löningen, Boen-Bunnen, Dörpen, Berne, Osterbrock,
Dötlingen, Helle und Ehren ausgesucht.
Nicht zuletzt aber dürfte die "Starterzahl 100" deshalb realistisch sein, weil erstmals in Rastede auch
Ponys am Sonntag in die für die Großpferde konzipierte A-Geländestrecke integriert werden. Die
Querfeldein-Bahn ist rund 2500 Meter lang und führt zum größten Teil über den Turnierplatz, auf
dem während dieses Military-Finales keine anderen Prüfungen stattfinden.
Springen und Laufen mit Pferd und Stab
Ein Zweikampfspringen der besonderen Art
RRV Rastede. Bevor am Spätnachmittag des 24. Juli das 57. Landesturnier langsam zu Ende geht, gibt es
auf dem Rasen des Rasteder Schoßparks noch einen Zweikampf der besonderen Art - eine Kombination von
Springen und Laufen zwischen Reitern und Kurzstreckensprintern mit Staffelstab.
Denn in der Springprüfung Nummer 90 treten beim Landesturnier mehrere Mannschaften aus den sechs
Kreisreiterverbänden des Reiterverbandes Oldenburg gegeneinander an, die jeweils aus einem Sprinter
und einem Reiter oder einer Reiterin bestehen. Jeder KRV darf jedoch nur eine Mannschaft melden,
wobei der Reiter/die Reiterin sich den laufenden Partner selbst aussuchen darf - dieser aber braucht
nicht einmal Mitglied eines Reitervereins sein oder aus dem Oldenburger Raum stammen. Nach den Regeln
gehen zunächst immer zwei Teams zur gleichen Zeit an den Start, wobei zuerst die Läufer einen mit
Hindernissen bestückten Parcours zu bewältigen haben und danach einen mitgeführten Staffelstab ihrem
wartenden Reitpartner übergeben müssen. Der kann dann seinem Pferd die Sporen geben und muss so
schnell wie möglich die Hindernisse eines Springparcours Klasse L bewältigen. Die Zeit wird gestoppt,
wenn Sprinter, Reiter und Stab über die Ziellinie gekommen sind. Abwurffehler werden mit je 5
Strafsekunden geahndet, die jeweils punktbeste Mannschaft kommt eine Runde weiter.
"Nationenpreis" der Bezirksverbände
Neues Mannschaftsspringen mit auswärtiger Konkurrenz
RRV Rastede. Die Beliebtheit von Mannschaftsspringen aller Art bei Aktiven und Zuschauern hat im
Programm des 57. Landesturniers zu einem neuen Wettbewerb geführt: Mit 1000 Euro Siegesprämie und
einem Züchterpreis ist eine Springprüfung der Klasse M für Mannschaften ausgeschrieben worden.
Das Besondere an dieser Teamprüfung aber ist das angesetzte "Nationenpreis-Verfahren", nach dem die
startenden Mannschaften aus je vier Reitern bestehen müssen, von denen drei gewertet werden. In
Rastede vorgesehen sind zunächst pro Team zwei Umläufe über einen 300 - 400 Meter langen Parcours
auf dem Hauptplatz, die Zahl der Hindernisse einschließlich der Kombinationen wird etwa 14 betragen,
die Stangen o.ä. werden bis zu 1,40 Meter hoch sein. Sollten nach den zwei Umläufen mehrere Mannschaften
punktgleich sein, fällt die Entscheidung über Sieg und Platz in einem Stechen nach Fehlerpunkten und
Zeit. Hier darf jedoch aus jedem Team nur ein Reiter an der Start gehen, der vom Mannschaftsführer
bestimmt wird.
Startberechtigt in dieser neuen Prüfung ist je eine Mannschaft aus den vier Bezirksverbänden des
Landesverbandes Weser Ems (Oldenburg, Ostfriesland, Emsland und Osnabrück). Hinzu kommen auf besondere
Einladung der Veranstalter aus anderen Bezirksverbänden drei weitere Mannschaften, die von den
jeweiligen Verbänden benannt werden müssen. Die Startreihenfolge wird durch das Los bestimmt.
Zugelassen für den Wettkampf sind alle Altersstufen der Leistungsklassen 2 und 3, was die Chancen
für Nachwuchsreiter beträchtlich erhöht. Die eingesetzten Pferde müssen jedoch mindestens siebenjährig
sein. Der im Vorjahr ausgetragene "Preis der Oldenburger Medaillengewinner", ebenfalls eine
Mannschaftsprüfung nach dem Nationenpreis-Verfahren, ist diesmal nicht im Programm.
Neugestaltung von Zentralbereich und Parcoursbegrenzung
RRV Rastede. Die 2002 begonnene Umgestaltung des Zentralbereiches am alten Richterturm wird in
diesem Jahr neuen Erkenntnissen aus Turnier-Struktur und -Organisation angepasst. Das Erdgeschoss
im Turm bleibt dabei aber weiterhin eine Art zentrale Anlaufstelle mit Turnierleitung und Sekretariat,
an den Seiten schließen sich Informationszentrum und Pressezelt an. In Richtung Hauptplatz wird die
neue moderne mobile Richterkabine aufgebaut. Ehrenpreis-Ausgabestelle und VIP-Zelt mit Tribünen bleiben
im Bereich um das ehemalige "Pulvermanns Grab". Neugestaltet wurde auch die Parcoursbegrenzung gegenüber
der Haupttribüne - sie wurde so begradigt, dass nunmehr die zum Platz hin zu öffnenden Längsseiten der
drei Sonder-VIP-Zelte und des großen öffentlichen Zeltbetriebes in einer Linie liegen.
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