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62. Oldenburger Landesturnier
20. bis 25. Juli 2010

Pressemitteilung Nr. 3 vom 18.07.2005

Alle Erwartungen übertroffen

Landesturnier weiter im Aufwind - Rekordmeldungen - "Online-Turnier-Banking" im Kommen
Vielseitigkeit mit 92 Startern ausgezeichnet besetzt

RRV Rastede. Der Aufwärts-Trend der letzten Jahre hat sich auch beim 57. Oldenburger Landesturnier fortgesetzt. Mit 2020 genannten Pferden und fast 770 gemeldeten Reiterinnen und Reitern sowie ca. 3250 Startnennungen sind die 90 Prüfungen der sechs "Rasteder Reitertage" prall gefüllt. Cheforganisator Wolfgang Teske vom Renn- und Reitverein Rastede kommentierte das Ergebnis der Auswertung der Daten nach dem offiziellen Nennungsschluss, das in manchen Prüfungen durch erlaubte Nachnennungen sogar noch übertroffen werden kann, in einem knappen Satz: "Alle unsere Erwartungen sind nicht nur erfüllt, sondern sogar noch übertroffen worden".

Erstmals in der Geschichte der Landesturniere wurde die bisher mit den Nennungseingängen untrennbar verbundene "Zettelwirtschaft" erheblich dezimiert. Denn im Oktober/November des vergangenen Jahres stellte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit dem Anmeldeprogramm NeOn eine Art "Online-Banking für Turniere" vor, das es den Reitsportlern ermöglicht, ihre Anmeldung zu einem Turnier auch über das Internet abzuwickeln. Die Vorteile dieses Systems: Alle relevanten Daten werden sofort in den FN-Rechner in Warendorf eingespeist, sie können praktisch zu jedem Zeitpunkt (auch am Wochenende, an Feiertagen usw.) und von jedem Ort aus abgeschickt werden, und schließlich werden auch die erforderlichen finanziellen Transaktionen wie Nenn- bzw. Startgelder und Gewinnprämien "papierlos" erledigt. Etwa 30 Prozent der Anmeldungen für das 57. Landesturnier sind bereits über die neu Internet-Schiene der FN erledigt worden.

Mit Doppel-Olympiasieger Ulrich Kirchhoff, dem Deutschen Meister 2005 Rene Tebbel und dem zweifachen Derby-Sieger Tony Hassmann sowie Tjark und Björn Nagel haben sich schon frühzeitig Springreiter der Spitzenklasse angekündigt. Vor einigen Tagen meldete sich auch der Holsteiner Nationenpreisreiter Hauke Luther (Wittmold / Kreis Plön), Sohn des Olympiareiters Peter Luther und unter anderem 2004 Sieger im Großen Preis von Neumünster, für die Rasteder Große Tour an. Kirchhoff als langjähriger "Stammgast" im Schloßpark wird nicht nur in den großen Springen, sondern auch in L- und M-Prüfungen bzw. Qualifikationen oder Championaten einreiten. Hassmann hat sich für die kleine "Youngsters-Tour" und die sechs Wettspringen der "Großen Tour" sowie zwei Qualifikationsspringen zum Bundeschampionat der 5-Jährigen entschieden, und Tebbel schließlich absolviert nicht nur diese Prüfungen, sondern will auch noch in einer Qualifikation und drei Finalwertungen von Springpferdeprüfungen der Klassen L und M antreten. Da sich Mitglieder des Deutschen A- und B-Kaders praktisch noch sehr kurzfristig für Rastede entscheiden und zumeist ohne Qualifikation starten können, kann die Liste der Top-Reiter durchaus noch umfangreicher werden.

Leicht gedämpfte Freude bei Reiterverbandspräsident Ludger Fischer über die große Zahl von 92 Nennungen für die Vielseitigkeit: "Ich hatte eigentlich mit 100 Teilnehmern gerechnet. Aber dennoch: Unsere Ausbildungsarbeit auf diesem Sektor trägt gute Früchte, wir streben weiter mit dem Ziel, eines Tages aus der jetzigen A-Military wieder eine L-Prüfung machen zu können." Insgesamt haben 27 Vereine gemeldet, mindestens 16 reine Vereinsmannschaften werden sich in Dressur, Gelände und Springen um die Landesstandarte bewerben. Titelverteidiger Bösel wird es gegen die Phalanx Löningen Böen-Bunnen (17 Startmeldungen!!), Ganderkesee (13) und Ammerländer RC (8) nicht einfach haben. Auch Europameisterin Tina Richter-Vietor (Ganderkesee) startet in dieser beim Publikum besonders beliebten Konkurrenz.

Tina Richter-Vietor startet in Rastede erstmals auch in der Großen Dressur

Ganderkeseer Reiter machen zum Landesturnier richtig mobil

RRV Rastede. Die Reiterinnen und Reiter aus der Gemeinde Ganderkesee haben für das 57. Oldenburger Landesturnier (19. - 24. Juli) in breiter Front mobil gemacht! Von den insgesamt 108 Vereinen aus dem Weser-Ems-Gebiet, die diesmal für die größte pferdesportliche Open-Air-Veranstaltung ihrer Art in Deutschland gemeldet haben, stellen sie mit 41 Aktiven die zahlenmäßig stärkste Equipe vor Löningen Böen-Bunnen (34) aus Südoldenburg. Allein der Reiterverein Ganderkesee schickt 27 Mitglieder für sechs Tage in den Rasteder Schlosspark, der RSV Schierbrok elf und der RV Grüppenbühren drei. Aus den Reitklassen sind die "Reiter" 14mal, die "Junioren" 13mal, die "Jungen Reiter" 9mal und die "Senioren" 5mal vertreten. Mit 112 Startnennungen nehmen die Ganderkeseer ebenfalls eine Spitzenposition unter den Vereinen ein.

"Aus unserem Team könnten wir für die Vielseitigkeitsprüfung durchaus drei Mannschaften bilden", sagt dazu die wohl bekannteste und erfolgreichste Reiterin des RV Ganderkesee, Tina Richter-Vietor, "aber das entscheidet sich wohl erst einen Tag vor dem Start." Die 30-Jährige Europameistern der Ländlichen Reiter und mehrfache Gewinnerin von internationalen Zwei-Sterne-Vielseitigkeits-Wettkämpfen (CIC **) darf ihr Paradepferd Ami Petit in Rastede wegen seiner S-Klassifizierung nicht einsetzen, sie geht in der dortigen A-Military mit Paulchen Panther an den Start. Der siebenjährige braune Oldenburger Wallach musste zwar 2004 in der Landesturnier-Prüfung wegen einer Verletzung zurückgezogen werden, ist "jetzt jedoch wieder in einer tollen Form". Tina Richter-Vietor ist durchaus optimistisch: "Diesmal greifen wir an"! Das kann nur heißen, dass im Kampf um die Oldenburger Landesmeisterschaft Titelverteidiger Bösel und die Nächstplatzierten Böen-Bunnen und der Jader Reitclub auf die Plätze verwiesen werden sollen. Und 14 Tage nach Rastede möchte Tina dann mit ihrem von einer Verletzung wieder genesenen 12-Jährigen Ami Petit, mit dem sie zur Zeit voll trainiert, in Sahrendorf (Lüneburger Heide) eine CIC**-Prüfung bestreiten.

Die reiterliche "First Lady" aus Ganderkesee hat für das 57. Landesturnier aber noch eine besondere Überraschung parat: Erstmals hat sie im herzoglichen Schlosspark nicht nur für die Military, sondern auch für die Große Tour Dressur gemeldet. Mit Royal Flair, ihrer 10-Jährigen braunen Oldenburger Stute, die von dem weltbekannten Dressur- und Zuchthengst Rubinstein vom Gestüt Vorwerk-Cappeln abstammt, möchte sie im Rasteder D1-Viereck so bekannten Größen wie Karin Rehbein, Bianca Kasselmann, Miriam Henschke, Ruth Hannöver, Catherine Haddad oder Kira Wulferding Paroli bieten. Für das "Warum Große Dressur?" hat sie eine lockere Antwort: "Anderswo bin ich ja schon in der S-Dressur gestartet, es macht mir halt großen Spaß. Jetzt ist Rastede dran, ich habe ein gutes Pferd - und wenn man nichts probiert, kann man auch nichts gewinnen".

Viel Konkurrenz für Sandmann und Duen bei den Vierspännern

RRV Rastede. Das Vierer-Gespannfahren mit seinen spektakulären Prüfungen und Disziplinen ist seit Jahren längst ein weiteres "Standbein" im Rasteder Programm. Dieser Sport hat nicht nur in Deutschland einen ungeheuren Aufschwung genommen. Denn die "Quattro-Gespanne" in voller Aktion in Dressur, Gelände und beim Hindernisfahren zu sehen, begeistert die Zuschauer immer wieder. Auch beim 57. Landesturnier haben die Veranstalter Weltklassefahrer am Start. Im "Rasteder Viererzug-Championat" werden sich insgesamt 20 Gespanne vorstellen. Weltmeister Christoph Sandmann (PSG Lähden) und der Deutsche Meister Rainer Duen (Friesoythe) melden ebenso Anspruch auf Siege in mindestens einem der sechs ausgeschriebenen Wettbewerbe der verschiedenen Disziplinen an, wie auch Max Dangel (Grönenbach), Michael Quinkler (RFV Meiersberg-Homberg), Bernhardt Wendt jun. (RFS Zentrum Nord) und Georg Knell (RFFV Meissenheim) als weitere Topleute. An Prämien sind in diesen Dressur-, Hindernis-, Gelände und Kombi-Prüfungen 10 000 Euro ausgelobt.

200 helfen ehrenamtlich "Schlemmermeile" lädt zum Imbiss

RRV Rastede. Eingebunden in die 57. Veranstaltungs-Organisation sind, wie seit Jahren schon, etwa 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz aus Rastede. Eingesetzt werden aber auch zusätzlich professionelle Sicherheits- und Ordner / Kassendienste. Die "kleine Schlemmermeile" unmittelbar hinter der 4000 Zuschauer fassenden Haupttribüne bietet zahlreiche Imbissstände mit Würstchen, Schaschlik, Fischbrötchen usw. und wiederum einen Stand mit "exotischer Küche" aus China. Ferner hat ein Bremerhavener Unternehmen einen Original-Räucherstand für Aale, Makrelen und Bücklinge aufgestellt. Mehrere Ausschankzelte mit Bier und anderen Getränken, Süßwaren- und Speiseeisstände sowie Stände mit Milch- und Trinkkakao, Waffeln, Crepés, ein spezieller Weinstand und Kleinverkaufswagen/-zelte mit Reiterzubehör und Pferdefutter vervollständigen das Angebot.

Stall Schockemöhle meldet 74 Pferde

RRV Rastede. Der Stall Schockemöhle (Mühlen/Steinfeld) stellt mit insgesamt 74 für das Landesturnier 2005 gemeldeten Pferden, von denen 33 aus dem Gestüt Lewitz kommen, wieder einmal das größte Kontingent aller vertretenen Zuchtbetriebe. Den höchsten Altersklassen-Anteil haben hierbei mit 42 die Altersklassen der Drei-, Vier- und Fünfjährigen. Das Gestüt Sprehe aus Löningen schickt 31 Tiere, der Hof Kasselmann aus Hagen 26, Gerd Sosath aus Lemwerder 21 und die Familie Klatte aus Lastrup 18.

Amazonen wieder in der Überzahl

RRV Rastede. Es gibt zwar keinen neuen Rekord in der so genannten "Sex-Klassifizierung" der Turnier-Teilnehmer, aber die Amazonen bleiben auch 2005 deutlich in der Überzahl: Von den 770 Reitern/Reiterinnen sind 497 Frauen, das entspricht einem Anteil von 64,5 Prozent. Gegenüber 2004 ist das ein Rückgang von 4 Prozent. 1994 war das Verhältnis Reiterinnen / Reiter mit 51 zu 49 Prozent noch fast ausgeglichen, 1998 lag es bei 60 zu 40 und 2001 bei 65 zu 35 Prozent.

Jüngste Aktive starten in Championatsprüfungen

Wilhelm Rottwinkel mit 73 Jahren ältester Teilnehmer

RRV Rastede. Jüngste Aktive im Turnier ist diesmal Anna-Maria Becker vom Bremer Reitclub. Sie wird erst im November 2005 neun Jahre alt und startet mit ihrem schwarzen Ponyhengst Nebos Junior in der Qualifikation zum Bundeschampionat der 5jährigen Deutschen Reitponys. Zweitjüngste ist Leonie Richter vom Reit- und Fahrverein Bad Essen, Anfang dieses Jahres gerade neun Jahre alt geworden. Sie hat ihre Stute Janine WE für zwei Dressurprüfungen gemeldet und möchte nach der obligatorischen Einlaufprüfung natürlich die Qualifikation zum Bundeschampionat des 5jährigen Deutschen Dressurpony bestreiten können.

Dr. Hans-Jürgen Riesebieter vom Stedinger RFV Sturmvogel Berne, als Tierarzt früher lange Jahre in die Organisation des Turniers eingebunden und danach bis 2004 stets ältester aktiver Reiter beim Landesturnier, wird diesmal nur als Zuschauer dabei sein. "Mit 75 macht der Körper halt nicht mehr so richtig mit, wie man möchte", sagt er zu seinem Verzicht auf einen Start in der L-Dressur, "und mein guter Leostro leidet dazu augenblicklich noch unter einem Rückenschaden." Ältester Turnierteilnehmer ist damit Wilhelm Rottwinkel von der Fahrsportgemeinschaft Oldenburger Münsterland. Der 73jährige startet aber nicht vom Sattel aus, sondern vom Bock seines Zweispänners in der Dressurprüfung, im Hindernisfahren, Geländefahren und der Kombination.

Parcours-Notizen

Der Kartenvorverkauf für die rund 4000 Sitzplätze der Haupttribüne ist sehr gut gelaufen. Von den nummerierten Plätzen stehen am Sonnabend nur noch wenige zur Verfügung, die unnummerierten sind ebenfalls fast ausverkauft. Auch für Sonntag gibt es kaum noch Karten für nummerierte Sitze.

Am neuen Dressurviereck D1 stehen 240, am Viereck D2 rund 170 Sitzplätze zur Verfügung, die von den Inhabern einer Tribünen-Platzkarte ohne zusätzliches Entgelt genutzt werden können.

Die Kleine Tour heißt diesmal Youngster-Tour. Sie besteht wiederum aus einem M- und zwei S-Springen und ist für alle Altersklassen (Leistungsklassen 1 + 2) offen.

Zwei Sonderwertungen werden durchgeführt: Im Springen erhalten die erfolgreichsten Teilnehmer an 8 M- bzw. S-Prüfungen der Youngster- und der Großen Tour Platzierungspunkte für die Wertung um das "Blau-Rote-Band", in der S-Dressur gibt es diese Punkte beim Prix St. Georges, den Intermediaires und dem Grand Prix de Dressage. Springreiter Mario Stevens als Träger des Bandes 2004 will wieder Punktbester werden, in der Dressur könnte die Nachfolgerin von Lisa Wilcox, die 2005 nicht dabei ist, Bianca Kasselmann heißen.

19 Nationen sind beim 57. Turnier vertreten. Nach Deutschland (736 Starter) folgen Schweden (4), Taiwan, Australien, Österreich und Dänemark (je 3) , ferner die USA, Japan, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Polen und die Schweiz (je 2 bzw. 1 Starter).

© Renn- und Reitverein Rastede e.V. (Daniel Block) 2000-2011