Bild
62. Oldenburger Landesturnier
20. bis 25. Juli 2010

Pressemitteilung Nr. 1 vom 04.05.2006

Landesturnier: Bewährte Tradition unter Anpassung ans Moderne

RRV Rastede. Die Veranstalter des 58. Landesturniers (18. bis 23. Juli), der Renn- und Reitverein Rastede, der Reiterverband Oldenburg und der Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes, präsentieren auch 2006 wieder ein Programm, das im deutschen Turnierkalender seinesgleichen sucht.

Cheforganisator Wolfgang Teske fasst das Ergebnis der monatelangen Vorbereitungen seines Arbeitsstabes in wenigen Sätzen so zusammen: "Unsere Aufgabe war und ist es, alljährlich das größte regionale Familienfest der Oldenburger Reiterinnen und Reiter in bewährter Tradition unter Anpassung an moderne Entwicklungen zu konzipieren. Dabei zeigen wir nicht nur die Vielfalt von Reiten, Springen, Fahren, Voltigieren und Zucht, sondern bei uns können Besucher sogar Aktive werden. Als geschätzter Treffpunkt der Reiterelite kann man in Rastede viele bekannte Gesichter treffen und gleichzeitig Vergnügen und Spaß haben, gemischt mit Spannung und Neugierde."

Insgesamt 95 pferdesportliche Prüfungen sind diesmal ausgeschrieben worden, hinzu kommen einige weitere züchterische und unterhaltsame Programmpunkte, so dass das gesamte Darbietungs-Angebot erneut die Zahl 100 erreicht. Die mehr als 28 000 erwarteten Besucher können sich während der "2. Rasteder Sixdays" auf folgende attraktive Kernpunkte freuen:

1. Die Große Tour Springen (Preis der Öffentlichen Versicherungen)
2. Die Youngster-Tour Springen
3. Die Große Tour Dressur
4. Die Oldenburger Meisterschaften Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Fahren Zweispänner
5. Das Rasteder Viererzug-Championat (Preis der Oldenburgischen Landesbank)
6. Die Zweispänner-Fahrprüfungen (Preis der Bremer Landesbank)
7. Die Zeitspringprüfung Buddelei Trophy
8. Das Zwei-Sterne-S-Springen mit Stechen (Championat der Landessparkasse)
9. Die Ride & Drive Prüfung der EWE

Ein Zweikampfspringen und ein Barrierespringen (bis zum 4. Stechen) am Samstagabend, ein Mächtigkeitsspringen am Freitag und zwei Reitpferderennen am Sonntag sowie erstmals die Integrierung der Oldenburger Elite-Stutenschau in das Donnerstags-Programm gehören zu den weiteren publikumswirksamen Höhepunkten im herzoglichen Schlosspark.

Obgleich Nennungsschluss für das Turnier erst am 20. Juni ist und ca. 50 Prozent der Aktiven sich bereits für das neue sogenannte "NeOn", eine online-Nennung übers Internet, entscheiden, rechnet man in Rastede schon jetzt mit mehr als 500 Reiterinnen und Reitern, über 1000 Pferden und rund 3500 Startreservierungen. Der Gesamtetat der Rasteder Reitertage liegt bei etwa 425 000 Euro, die bei den Prüfungen ausgeschütteten Geld-, Sachprämien und Züchterpreise haben einen Wert von fast 95 000 Euro.

Die Schönsten und Besten auf dem Brillantring

Zur erstmaligen Elite-Stutenschau auf dem Landesturnier ein Gespräch mit Frau Dr. Tanja Becker vom Pferdezuchtverband

Frau Becker, die bisher stets im Juni durchgeführte Elite-Stutenschau ihres Verbandes ist jetzt ein neuer Programmpunkt des Landesturniers. Wie sind sie darauf gekommen?

In der Delegiertenversammlung wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Elite-Stutenschau attraktiver zu gestalten. Mehrere Möglichkeiten wurden diskutiert. Für die Zusammenlegung mit dem Oldenburger Landesturnier fand sich dann eine breite Mehrheit, da die Popularität des Oldenburger Landesturniers zahlreiche pferdebegeisterte Zuschauer anlockt und sich auf diese Weise auch die Verbindung von Zucht und Sport sehr eindrucksvoll dokumentieren lässt.

Wie sieht diese Änderung der Prüfungsform aus?

Nach der alten Form wurden aus dem betreffenden Jahrgang im April/Mai eines jeden Jahres die 100 besten drei- und vierjährigen Stuten des jeweiligen Jahrganges ausgesucht, die im Juni in Rastede gezeigt wurden und um den Titel der Siegerstute konkurrierten. Jetzt selektiert die Körkommission aus diesen 100 Anwärterrinnen noch einmal die 40 bis 50 Schönsten und Besten heraus, die auf dem Landesturnier um Spitzenpositionen konkurrieren. Die nicht für Rastede nominierten 60 erhalten bereits im Oldenburger Pferde Zentrum in Vechta das Prädikat "Staatsprämienanwärterin".

Sind alle Züchter mit dieser doch einschneidenden Neuerung einverstanden?

Wir werden es sehen. Was wir machen, ist ein Pilotprojekt. Die Resonanz aus Züchterkreisen bleibt abzuwarten. Wir können noch nicht sagen, ob die Eliteschau künftig immer im Landesturnier-Programm sein wird. Auch das Publikum muss eine solche Vorführung ja annehmen.

Wie ist der Ablauf der Schau gedacht?

Die etwa 40 bis 50 ausgewählten Stuten werden in Rastede an der Hand einzeln vorgeführt, was etwa zwei- bis drei Stunden dauert. Aus ihnen werden die Besten heraus selektiert, die dann auf dem sogenannten Brillantring rangiert werden. Dabei ermittelt die Körkommission, Oldenburgs höchstes Zuchtrichtergremium mit dem Zuchtleiter Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff, auch die Siegerstute. Diese und eventuell noch einige weitere Platzierte werden am Samstagabend im Rahmen der Championatsehrung der Oldenburger Zucht dem breiten Publikum auf dem Hauptplatz präsentiert.

Wie viele Oldenburger Stuten stellen sich überhaupt einer solchen Leistungsprüfung?

Im Verband haben wir alljährlich rund 2000 Stutfohlen und dementsprechend auch die Jahrgänge. Davon werden rund 500 bis 600 bei den Sichtungsterminen gezeigt. Eine Kommission wählt davon diejenigen aus, die überhaupt zu einer Stutenleistungsprüfung antreten dürfen. Schließlich sind es dann noch die erwähnten 100, die für die Eliteschau in Frage kommen.

Nach langer Pause: Leichtgewichte notfalls mit Blei unterm Sattel

Galopper preschen am Sonntag wieder um den Turnierplatz

RRV Rastede. Den Besuchern des Schlusstages (Sonntag, 23. Juli) des 58. Landesturniers wird erstmals nach fast 20 Jahren wieder ein besonderer sportlicher und nicht zuletzt spektakulärer Leckerbissen geboten: In zwei Reitpferde-Rennen messen am Nachmittag zehn Amateur-Jockeys ihre und die Kräfte ihrer Pferde und kämpfen um Sieg und Platz. Damit halten zuletzt im Jahre 1987 im Programm der Reitertage als "Rasteder Traditionsrennen" und "Oldenburger Landesrennen" angesetzte Programmpunkte wieder Einzug in eine Großveranstaltung, die von ihren Begründern ursprünglich teilweise auch als Rennveranstaltung - auch für Traber und Ponys - angedacht worden war.

Die freundschaftliche Verbundenheit zwischen dem Renn- und Reitverein Rastede und dem Oldenburger Landesrennverein führte Ende 2005 zwischen Cheforganisator Wolfgang Teske und dem Landesrennverein-Vorsitzenden Dieter Baguß zu Gesprächen über eine mögliche Eingliederung von einigen Flachrennen in das Landesturnier. Man wurde sich einig und fand im Sonntags-Stundenplan für 2006 noch Platz für zwei Reitpferde-Rennen von je etwa drei bis vier Minuten Dauer.

Baguß: "Natürlich sind da keine Vollblüter bzw. Ponys am Start, sondern inländische Warmblutpferde sowie Halbblüter, die sich seit einem Jahr nicht mehr in der Hand eines Trainers befanden. Die Reiter müssen Stammmitglied eines dem Landesverband angeschlossenen Vereins sein und dürfen keine gültige Lizenz vom Deutschen Direktorium für Vollblutzucht und Rennen besitzen. Ein Paar darf in beiden Rennen starten, wir rechnen mit etwa zehn Meldungen pro Rennen. In der technischen Abwicklung werden einige Mitarbeiter des Landesrennvereins den Veranstalter bei diesen Prüfungen unterstützen."

Mit Sattelzeug sollen die traditionell recht bunt gekleideten Jockeys mindestens 60 Kilo wiegen - wer zu wenig auf die Waage bringt, hat sich mit Blei "aufzupeppen". Die Pferde müssen mindestens 4-jährig sein, für die Reiter gibt es keine Altersbeschränkung. Gestartet wird in Höhe des Ellernteiches, der Rennparcours ist etwa 1500 Meter lang und führt einmal rund um das Turnier-Oval. Dabei wird das Feld zweimal an der Haupttribüne vorbeipreschen. Die Ziellinie ist dann am alten Richterturm. Einen Totalisator oder ein anderes offizielles Wettbüro wird es nicht geben - wer unbedingt "zocken" will, bleibt auf den privaten Handschlag angewiesen.

Neun S-Springen mit 52 000 Euro

Am Samstag erstmals Barrierespringen

RRV Rastede. Mit nicht weniger als neun Springen der Klasse S wird besonders den Anhängern des Großen Springsportes an vier von sechs Turniertagen im Rasteder Schlosspark ein spannendes Programm geboten. Es beginnt bereits am Donnerstag mit zwei Ein-Sterne-Wertungsprüfungen für die Oldenburger Meisterschaft der Springreiter, das Finale hierfür findet dann am Samstag statt. Ebenfalls zweimal satteln am Freitag die Klasse-S-Springer ihre Pferde für Ein-Sterne-Umläufe, es geht um die erste Qualifikation zur Großen Tour und abends um den Sieg im Mächtigkeits-Wettkampf.

Am Sonnabend werden die S-Hindernisse dann sogar sechsmal auf dem Hauptplatz aufgebaut, neben dem schon erwähnten Finale der OL-Meisterschaft locken das erste schwere Springen der im Vorjahr neu eingeführten Youngster-Tour, eine weitere Große-Tour-Qualifikation und vor allem die zwei Sterne-Prüfung im Championat der Landessparkasse zu Oldenburg, die Drei-Sterne-Zeitspringprüfung Buddelei-Trophy und das neu ins Programm aufgenommene Barrieren-Springen mit mehrmaligem Stechen. Der Sonntag sieht dann die Entscheidungen in der Youngster-Tour und in dem Drei-Sterne-Höhepunkt "Großer Preis der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg" mit der Dotierung von 12 500 Euro. Insgesamt werden in den neun S-Springen 52 000 Euro für Sieger und Platzierte ausgelobt.

Wieder Sonderwertungen in Springen und Dressur

RRV Rastede. Wie in den Vorjahren haben die Veranstalter auch 2006 wieder Ehrenpreise für die jeweils Besten im Springen und in der Dressur ausgesetzt. Geehrt werden die erfolgreichsten Teilnehmer an vier ausgewählten Springprüfungen der Großen Tour sowie an den Dressurprüfungen der Klasse S "Prix St. Georges", "Intermediaire I", "Intermediaire II" und dem "Grand Prix de Dressage". Diese Finalprüfung findet übrigens am Sonntagnachmittag auf dem Dressurviereck D1 am Schloss statt.

© Renn- und Reitverein Rastede e.V. (Daniel Block) 2000-2011