Pressemitteilung Nr. 2 vom 03.07.2006
Einen ganzen Nachmittag mit Ponys auf Du und Du
Ein besonderer Turnier-Freitag für Familien mit Kindern
RRV Rastede. Einen ganzen Nachmittag mit Ponys auf Du und Du zu sein, sie zu reiten, zu streicheln und sich mit ihnen fotografieren zu lassen, welches Pferde liebende Kind würde einem solchen Angebot widerstehen können! Dazu die Atmosphäre eines der größten Reitturniere seiner Art zu schnuppern, spannende Ponyspiele und nicht minder interessante Voltigiervorführungen zu sehen und über die Vielfalt des Pferdesports in den Info-Zelten mehrerer Vereine des Oldenburger Reiterverbandes fachkundig informiert zu werden - das sind nicht nur Verlockungen für die jüngere Generation, sondern für alle Pferdeliebhaber und ganz besonders für pferdesportbegeisterte Familien.
Mit dem 2003 eingeführten so genannten Familientag haben die Veranstalter des Oldenburger Landesturniers in enger Zusammenarbeit mit der Nordwest-Zeitung Oldenburg dem Motto "Kommen und Mitmachen" ein weiteres Glanzlicht aufgesetzt. Auch in 2006 wird es wieder der Freitag (23. Juli) sein, an dem dieses umfangreiche und überwiegend auf den Nachwuchs zugeschnittene Programm abläuft. Turnier-Cheforganisator Wolfgang Teske vom Renn- und Reitverein Rastede hat dafür gesorgt, dass dabei auf der "Kinder-Erlebnismeile" im Schlosspark keinesfalls Langeweile aufkommt.
Wie im Vorjahr ist das Angebot ebenso lebendig wie abwechslungsreich: Neben der Pony-Schnupperaktion warten unter anderem eine große Hüpfburg und eine 30 Meter lange Sommer-Rodelbahn. Neu in diesem Jahr ist ein "Kinder-Spring-Parcours" der das vielfältige Angebot abrundet. Schließlich wird der Luftballon-Weitflug-Wettbewerb mit rund 1000 blau-roten Ballons auch wieder durchgeführt. Die Veranstalter stellen dazu jedem teilnehmendem Kind einen Luftballon zur Verfügung, an dem eine vorher an einem Extra-Info-Stand zu erhaltene Postkarte mit der Adresse des Kindes befestigt sein muss. Dem Sieger oder der Siegerin dieses Ballon-Weitfluges winkt wiederum ein kostenloser Wochenend-Aufenthalt mit Eltern und Geschwistern auf dem Ponyhof der Familie Woltermann in Löningen (www. ponyhof-woltermann.de), die nächsten fünf Platzierten erhalten Ehrenpreise. Die Gewinner der Preise des Ballonwettbewerbs 2005 werden übrigens an diesem Freitag gegen 16 Uhr vorgestellt.
Auch die Eintrittspreise sind besonders familienfreundlich: Alle bis 14 Jahre alten Kinder haben an diesem Nachmittag freien Eintritt.
Viererzug-Championat wird weltmeisterlich
Michael Freund, Christoph Sandmann und Rainer Duen kommen
Auch Bundestrainer Meier in Rastede
RRV Rastede. Das 1997 aus ehemaligen Einzel-Prüfungen für Viererzüge als weiteres "Standbein" im Programm der Landesturniere neu geschaffene Rasteder-Viererzug-Championat (Preis der Oldenburgischen Landesbank) wird zu seinem 10-jährigen Jubiläum in diesem Jahr geradezu "weltmeisterlich". Mit einer schnell erwirkten Änderung in der Ausschreibung sind die Rasteder Reitertage 2006 (18. - 23. Juli) zu einer Art Late-Entry-Prüfung für die wenig später in Aachen stattfindende WM der Quattro-Gespanne aufgewertet worden.
Bereits jetzt haben die deutschen Weltmeister Michael Freund (Dreieich/Hessen) und Christoph Sandmann (Laehden/Weser-Ems) sowie der Deutsche Meister Rainer Duen (Friesoythe-Thüle) ihre Teilnahme verbindlich zugesagt. Das Championat im Schlosspark bietet ihnen jetzt nämlich die einmalige Chance, kurzfristig noch weitere Gespannpferde für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Dazu haben die Organisatoren die Prüfungsaufgabe für die Fahr-Dressur Klasse S (Friedrich von Essen Erinnerungspreis) von SF6 auf SF8 angehoben.
Cheforganisator Wolfgang Teske: "Das bedeutet in der Praxis, dass wir in Rastede hierbei einen Parcours für die Teilnehmer aufbauen müssen, wie er auch in Aachen zur WM gesteckt wird. Das werden unsere Berater Bernhard Duen und Manfred Weilage überwachen. Außerdem müssen wir mindestens einen ausländischen internationalen Richter hinzuziehen, der WM-Qualifikationsstatus besitzt. Diese Aufgabe wird Frau Els Kerstens aus Holland übernehmen. Die Regel erfordert weiter, dass die für eine WM zur Qualifikation angetretenen und international gerichteten Pferde in dieser Prüfung auch platziert sein müssen."
Auch die komplette Richterbesetzung wird weltmeisterlich sein: Nach Rücksprache mit dem deutschen Leitenden Bundestrainer Fahren, Ewald Meier aus Meissenheim, wird es laut Teske insgesamt fünf Richter - wie bei einer WM - am Dressurviereck geben. Bundestrainer Meier zeigte sich über die seinen Schützlingen in Rastede angebotene Qualifikation mehr als zufrieden - er sagte telefonisch spontan sein Erscheinen zum 10. Rasteder Viererzug-Championat zu.
Als Kind schon die "Faszination Fahrsport" gespürt
Michael Swiezynski vom RRV Rastede will vorne mit dabei sein
RRV Rastede. Zuerst wollte er pferdesportlich "nur mal so ins Landesturnier reinschnuppern", weil er Oldenburg als neue mögliche Wahlheimat ins Auge gefasst hatte. Danach kam dann der Schritt zum Mitglied im Renn- und Reitverein (RRV) Rastede, nicht zuletzt ausgelöst von dem Interesse an einer Veranstaltung, die er nicht mehr missen möchte: Michael Swiezynski, seit Jahren S-Viererzug-Fahrer und unlängst auf Grund seiner Leistungen für den Weser-Ems Kader nominiert, will mit den Großen im Quattro-Sport mithalten und in etwa zwei bis drei Jahren sogar die Farben des RRV Rastede auf Turnieren vertreten. Noch fährt er zwar offiziell für den Reit- und Fahrverein Alfhausen (Samtgemeinde Bersenbrück), als Oldenburger Bürger aber sieht der zielstrebige Leinenkünstler in Rastede seinen künftigen Stammverein.
Die Liebe zum Pferd und ganz besonders zum attraktiven Gespannfahren wurde dem jetzt 30-jährigen schon früh väterlicher- und großväterlicherseits in die Wiege gelegt. "Wir waren schon immer eine pferdeverrückte Familie", erinnert sich der gebürtige Pole an seine Jugendzeit in Sulecin etwa 60 Km östlich von Frankfurt/Oder, "Opa führte dort eine Pferdespedition, unsere Familie lebte auf einem Gestüt und Vater hatte durch seine Reitleidenschaft zahlreiche Kontakte zu Menschen in Deutschland, die auch mit Pferden zu tun hatten. Als wir dann 1980 nach Deutschland kamen und zwei Jahre später die Staatsangehörigkeit erhielten, machte Vater sich relativ schnell selbständig und zog einen Reitbetrieb auf."
Von Kindesbeinen an ständig beim Springen und Fahren auch auf und mit Pferdehufen unterwegs, absolvierte der junge Michael mit 14 zwar eine Bankkaufmanns-Lehre, nach deren Abschluss ihm Pferde aber doch das Wichtigste blieben. Die "Faszination Fahrsport" hatte er schon als Kind erstmals in den 80er Jahren bei der Weltmeisterschaft in Apeldoorn (Holland) gespürt, wohin ihn sein Vater mitgenommen hatte. Mit 16 Jahren war es dann soweit: "Ich musste mich entscheiden, entweder Springen oder auf den Bock - und meine Begeisterung für die Kutsche gab den Ausschlag. Zunächst zweispännig und dann auch vierspännig war ich oft zu Turnieren unterwegs, ich trainierte überwiegend in unserem Stall in Vlotho und fuhr zwischenzeitlich für den Landesverband Hannover-Bremen, jetzt aber fahre ich für Weser-Ems."
Michael Swiezynski ist kein Zufalls-Oldenburger - seine Freundin und Lebensgefährtin Karin stammt aus der Huntestadt und ist als Dressurreiterin mit dem blau-roten Pferdesport bestens vertraut. Als sie ihm von Rastede vorschwärmte, dauerte es nicht lange, bis er mit einem Doppelgespann zum Landesturnier kam. "Das war 2001", erinnert er sich, "ab 2003 ging es dann mit dem Vierer hin, und seitdem gehört das Turnier zu meinem ständigen Arrangement."
In der Weserland-Klinik/Kurklinik Bad Seebruch bei Vlotho hat der - übrigens einzige - Rasteder "Viererzügler" ferner einen großzügigen Sponsor gefunden, der ihm seit sechs Jahren für Training und Turniere zu seinen zwei eigenen drei weitere S-Pferde zur Verfügung stellt. So geht Swiezynski beim 58. Oldenburger Landesturnier gut gerüstet und zuversichtlich ins Championat. Sein Ziel: Weit vorne mit dabei sein - sein Wunsch: Möglichst auch ausländische Konkurrenz und ein Publikum, dessen Begeisterung "weiterhin so groß ist wie in den letzten Jahren und uns Fahrer dadurch zu Bestleistungen anspornt."
Kostenlos mit Bus und "Pferde-Taxi" zum Landesturnier
Am Samstag erstmals Barrierespringen
RRV Rastede. Der seit vielen Jahren während des Landesturniers bestehende kostenlose Park-and-Ride-Verkehr zwischen dem Brötje-Parkplatz und dem Haupteingang zum Turniergelände wird auch 2006 wieder eingerichtet. Vor allem die von auswärts kommenden Autofahrer sollten am Samstag und Sonntag diesen kostenlosen Pendelverkehr nutzen, da es in der direkten Umgebung des Turnierplatzes am Wochenende kaum noch Parkmöglichkeiten gibt.
Vom Brötje-Parkplatz aus pendelt am Sonnabend zwischen 9.00 Uhr und 24.00 Uhr ständig ein Bus zur Haltestelle am Turnierplatz. Am Sonntag heißt es dann zwischen 9.00 Uhr und 19.00 Uhr wieder "Vom Auto direkt in den Landauer". Diese 2005 erstmals gestartete und sofort groß angekommene Park & Ride-Aktion wird in Zusammenarbeit mit dem Ponyhof Kaper (Bekhausen) durchgeführt. Ponyhof-Chef Hartmut Kaper stellt dazu mehrere seiner Nobel-Karossen als ständig zwischen dem Parkplatz Brötje und dem Turnierplatz pendelnde "Pferde-Taxis" , gezogen von reinrassigen Haflingern, kostenfrei zur Verfügung. Ein besonderer Gag dabei ist, dass Kinder oben auf dem Kutschbock sitzen und auf Wunsch sogar die Zügel führen dürfen. Die Fahrt geht auf kürzestem Weg durch die Ortsmitte bis zur Haltestelle bei der Kirche. Sollte das Haflinger Kutschenkontingent wegen großen Andrangs einmal nicht ausreichen, steht zusätzlich ein zwölfsitziger gummibereifter Planwagen mit Großpferden in Reserve.
Pferde der Mythologie ziehen in Rastede ein
Start beim 58. Landesturnier im Schlosspark
Holler-Damensattel-Amazonen zeigen Quadrille
RRV Rastede. Mit der Aufstellung von zehn Kunstpferden aus der so genannten "Steinfelder Pferdestrasse" im inneren Ortsbereich hatte die Gesellschaft Residenzort Rastede anlässlich des Landesturniers 2005 bundesweit Aufsehen erregt und Einheimische wie Gäste eine Woche lang begeistert. Jetzt soll die Verbundenheit Rastedes mit dem Pferd erneut und auf Dauer durch eine ähnliche Aktion dokumentiert werden: Die Herzogliche Residenz im Ammerland startet mit dem Projekt "Pferde der Mythologie" ein Vorhaben, das ebenso künstlerisch anspruchsvoll wie geschichtlich interessant ist. Auftakt zu diesem hippologischen Novum ist das Landesturnier 2006 - hier werden die ersten fertiggestellten lebensgroßen Kunstwerke enthüllt und erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.
Die Anregung zur Schaffung und langfristigen Aufstellung mythologischer Pferde-Exponate im Ort entstand in Gesprächen zwischen der Künstlerin Janett Brown-Dwehus aus Bad Zwischenahn und dem Rasteder Tourismus-Management. Die "fliegenden Pferde von Rastede" war eine der angedachten Schlagzeilen, doch Geschäftsführer Olaf Raffel von der Gesellschaft Residenzort denkt weiter: "Wir beginnen zwar mit dem Pegasus, aber es gibt ja noch so viele andere Pferde, die nicht fliegen können, wie beispielsweise das Einhorn, das trojanische oder der Centaurus. Vielleicht können wir sogar den Kranich, jenes legendäre Pferd unseres Grafen Anton Günther, in die Mythologie-Idee einbeziehen. Insgesamt möchten wir 14 Stück aufstellen. Das von uns entwickelte Konzept bieten wir Sponsoren an und werden sie mit den Künstlern zusammenbringen. Der Sponsor kann dann entscheiden, wo er "sein" Kunstwerk hin haben möchte, vor eine Firma, ein Büro, einen Laden, auf einen Platz usw. oder an einen anderen Standort. Für den Tourismus in Rastede bringt das so etwas wie eine "Bummelqualität", es unterstreicht die traditionelle Verbundenheit der Residenz mit allem rund um das Pferd."
Die Plastik-Schöpfungen sollen von verschiedenen Künstlern geschaffen werden, sie sind pro Stück etwa 35 bis 40 Kilo schwer und können fest verankert werden. Was Rastedes geplante "Mythologie-Meile" von ähnlichen Objekten unterscheidet, ist der Verzicht auf jeden Werbeffekt auf dem Tierkörper. Eine neben der Statue aufgestellte kleine Tafel gibt alle nötigen Hinweise, ein Flyer über die ganze Aktion ist in Vorbereitung.
Der Familien-Freitag des Landesturniers 2006 wird zur großen Schaubühne für die ersten bereits in Arbeit befindlichen Exponate "Pegasus" und "Einhorn". Cheforganisator Teske nutzte eine abendliche Parcours-Umbaupause, in der das anlaufende Mythologie-Projekt optisch und durch einen Moderator auch verbal dem Publikum nahe gebracht werden soll. Gleich darauf gibt es dann eine Schau mit richtigen lebenden Pferden: Die in Deutschland einmalige Damensattel-Dressur-Gruppe aus Holle-Wüsting, vor drei Jahren in Rastede schon mit riesigem Beifall bedacht und erst kürzlich beim CHIO in Aachen begeistert gefeiert, wird unter der Leitung ihrer Ausbilderin und Choreografin Ulrike Einemann auf dem Hauptplatz direkt vor den Tribünen verschiedene Quadrille-Lektionen zeigen. Die Gruppe, im Jahre 2000 gegründet, besteht aus 12 Amazonen und zeigt in original nostalgischen Damensätteln unter anderem auch eine Sitzart, die seit mehr als 60 Jahren aus der Reiterszene verschwunden ist.
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