Pressemitteilung Nr. 3 vom 12.07.2007
Große Namen gehen auf "Große Tour"
Olympiasieger und Deutsche Meister kommen nach Rastede
Über 800 Aktive in 96 Prüfungen - Blau-Rot wichtige Komponente
RRV Rastede. Zum 59. Oldenburger Landesturnier (17. - 22. Juli) haben im Springen, in der Dressur und im Vierspänner-Fahren große Namen aus der nationalen und internationalen Reitsportszene ihren Start im Rasteder Schlosspark angekündigt.
In den S-Prüfungen der „Großen Tour“ sind es unter anderem die Deutsche Meisterin im Springen der Damen, Mylene Diederichsmeyer aus Steinhagen, der Doppel-Olympiasieger Ulrich Kirchhoff aus Rosendahl und der dänische Nationenpreis-Reiter Sören Pedersen aus Holzhausen. Aber auch der „Neu-Ukrainer“ Björn Nagel aus Neumünster und nicht zuletzt Oldenburgs Top-Reiter Gerd Sosath aus Lemwerder, Sieger im „Großen Preis“ 2006, sind in den sieben Ein-, Zwei- und Drei-Sterne-Prüfungen keineswegs chancenlos. In den Starterlisten der S-Dressuren sitzen mit Bianca Kasselmann (Rasteder Grand Prix-Siegerin 2006), Miriam Henschke und Insa Hansen aus Osnabrück, Kira Wulferding aus Holzhausen und Tanja Lammers aus Cappeln hochkarätige Amazonen im Sattel. Bei den Vierspännern sind unter 15 Teilnehmern die Meisterkutschen von Rainer Duen (Thüle), Christoph Sandmann (Lähden) und Titus de Wolff (Filsum) favorisiert.
Mit bis jetzt 1938 gemeldeten Pferden, über 3100 belegten Startplätzen und 802 teilnehmenden Reiterinnen und Reitern unterstreicht das Landesturnier einmal mehr seine Spitzenposition unter den ländlichen pferdesportlichen Großveranstaltungen in Europa. In den ausgeschriebenen 96 Prüfungen decken der Renn- und Reitverein (RRV) Rastede, der Reiterverband Oldenburg und der Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes als Veranstalter einen weiten Bereich der gängigsten Reitsportaktivitäten ab.
Claas E. Daun, Turnierleiter und Vorsitzender des RRV, sieht dabei in der seit Jahrzehnten ausgeübten Bewahrung der Blau-Roten-Tradition eine bedeutende Rasteder Turnier-Komponente. Daun: „Durch dieses Traditionsbewusstsein heben wir uns klar ab von anderen Veranstaltungen dieser Art, wir werden die blau-rote Marktlücke auch weiterhin besetzt halten.“ Blau-Rot sei praktisch das letzte Band, das viele der in der Vergangenheit geschaffenen Oldenburger Werte hochhalte und als wichtige Kombination zwischen überliefertem Brauchtum und modernen Erfordernissen nicht wegzudenken sei. Er sei sich sicher, dass die Oldenburger Reitsport-Anhänger diese Mischung aus modernem Reitsport und überlieferter Tradition, in der eine einzigartige Partnerschaft von Mensch und Pferd praktiziert werde, auch 2007 durch den Besuch des Turniers wieder honorieren würden.
In den letzten Jahren kamen im Schnitt 28 000-30 000 Zuschauer zu den Rasteder Reitertagen.
Zwei Miss-Wahlen bei der Elite-Schau
50 Verbands- und 8 OS-Stuten stellen sich vor
RRV Rastede. Wenn sich am Donnerstag (19. Juli) im Rahmen des Landesturniers bei der Elite-Stutenschau der Oldenburger Züchter die für die Vorstellung in Rastede ausgewählten Staatsprämien-Anwärterinnen zur Ermittlung ihrer Besten stellen, dann wird es dabei gleich zwei Siegerinnen geben: Außer der „Miss Oldenburg 2007“ wird diesmal auch eine "Miss-OS International" gewählt. Denn neben den 50 zugelassenen Oldenburger Verbands-Stuten gehen jetzt zusätzlich auch 8 drei- und vierjährige Stuten des Springpferdezuchtverbandes Oldenburg-International (OS), die im Anschluss an die vor einiger Zeit schon erfolgte Stutenleistungsprüfung im Pferde Zentrum Vechta mit der Anwartschaft ausgezeichnet wurden, in den Elite-Ring in Rastede.
Die Stutenschauen beginnen am Donnerstag um 11 Uhr auf dem großen Dressur-Viereck im Schlossbogen und werden dort um 15 Uhr fortgesetzt. Hierbei handelt es sich zunächst um Einzelvorführungen der Stuten an der Hand auf einer Dreiecksbahn, was etwa zwei Stunden dauert. Die Vorführungen sind in so genannte "Ringe" mit jeweils etwa 12 Stuten eingeteilt. Im Anschluss daran werden die Stuten eines Ringes jeweils gemeinsam im Schritt vorgestellt. Aus ihnen werden die Besten heraus selektiert, die dann abends um 19 Uhr vor den Tribünen auf dem Hauptplatz im "Brillantring" noch einmal neu rangiert werden. Die Körkommission, Oldenburgs höchstes Zuchtrichtergremium mit Zuchtleiter Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff an der Spitze, ermittelt dabei auch die Siegerstute. Der begehrte Titel „Staatsprämienstute" wird allerdings endgültig erst vergeben, wenn aus der Stute in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren nach der Auswahl auf der Elitestutenschau ein Fohlen beim Verband registriert wurde.
Die 8 Stuten des Springpferdezuchtverbandes OS werden jedoch in einem eigenen "Ring" vorgestellt und im Anschluss daran sofort rangiert.
Im Bereich des Oldenburger Züchterverbandes gibt es rund 4000 aktive Züchter, etwa 7300 eingetragene Stuten und alljährlich ungefähr 4100 Stutfohlen. Davon werden ca. 500 - 600 bei den Sichtungsterminen vorgestellt. Eine Kommission wählt davon diejenigen aus, die überhaupt zu einer Stutenleistungsprüfung antreten dürfen. Das waren in diesem Jahr 280 Drei- und Vierjährige, von denen 130 die Staatsprämienanwartschaft erhielten. Zur Eliteschau in Rastede wurden davon schließlich 50 zugelassen.
Youngster-Tour stark besetzt
RRV Rastede. Wiederum überaus gut besetzt ist in diesem Jahr die aus zwei Qualifikations-Umläufen und einem S-Finalspringen mit Stechen bestehende Youngster-Tour. Sie beginnt bereits am Freitag (20. Juli) um 8.45 auf dem Hauptplatz mit einer M-Prüfung, zu der 48 Teilnehmer 457 (!) Pferde gemeldet haben. Je Teilnehmer sind 2 Startplätze erlaubt, bis jetzt erfolgten schon 82 Startzusagen. Genannt haben u.a. Ulrich Kirchhoff (ZRFV Coesfeld-Lette), Mylene Diederichsmeyer (ZRFV Steinhagen-Brockhagen) und ihre jüngere Schwester Mynou (RV Deutschlandhalle Berlin), Björn Nagel (TRSG Holstenhalle Neumünster), Sören Pedersen (RFV Holzhausen), Gerd Sosath (Sturmvogel Berne), Mario Stevens (RFV Lastrup), Jan Sprehe (RFG Falkenberg) und Otto Vaske (RG Klein Roscharden). Die 20 Besten aus den Qualifikationen treten am Sonntag um 11.30 Uhr zum Ein-Sterne-S-Finale an.
Vielseitigkeit mit weiteren neuen Regelungen
Einzelreiter generell startberechtigt - Drei Titelverteidiger nicht dabei
RRV Rastede. Zum 59. Landesturnier treten im Vielseitigkeitswettkampf der Oldenburger Reitervereine zwei neue Regelungen in Kraft: Erstmals können in der Prüfung für Einzelreiter, dem in den Mannschaftswettbewerb eingebetteten so genannten Jan-Noordendorp-Preis, auch Reiterinnen/Reiter starten, wenn ihr Stammverein keine eigene Mannschaft stellen kann. Ferner sind jetzt auch die Pony-Kaderreiter (A) aus Weser-Ems zugelassen, werden jedoch nicht für die Oldenburger Meisterschaft gewertet.
Zur Teilnahme am Mannschaftswettkampf (Gustav-Hullmann-Erinnerungspreis) haben sich diesmal sieben Vereine gemeldet: Der Ammerländer RC, der PSV Löningen-Ehren, der RFV Hausstette, der RFV Löningen-Böen-Bunnen, der RFV Obenstrohe, der RV Ganderkesee und der Stedinger RFV "Sturmvogel" Berne. Löningen-Ehren, Böen-Bunnen, Obenstrohe und Ganderkesee könnten aufgrund ihrer genannten Teilnehmerzahl mehr als nur ein Team stellen. Ingesamt haben sich in die Nennungs-Liste für die gesamte "Kleine Rasteder Military" 67 Starter/innen aus 23 Oldenburger Vereinen eingetragen. Als Titelträger aus 2006 sind allerdings nicht mehr dabei das Team des Rasteder Renn- und Reitvereins als Mannschaftssieger, der Gold-Gewinner der Einzelmeisterschaft Reiter, Dr. Ernst Topp vom Rasteder RRV, und die Siegerin in der Vielseitigkeit Jugend, Lisa Drießelmann vom RFV Hausstette. Mit Sandra Auffahrt, Svenja Hempel , Janna Horstmann und Jenny Tönjes im Aufgebot werden dem RV Ganderkesee große Chancen auf den Mannschaftssieg eingeräumt. Vizemeister Löningen-Ehren schickt mit Michelle Finnen, Anne Brundiers, Melanie Lammers und Katharina Zimmermann ebenfalls erprobte Amazonen in den Wettstreit.
Die als ein Kernstück des Landesturniers geltende Vielseitigkeitsprüfung hatte bereits in den vergangenen Jahren einige Veränderungen erfahren. So war nicht nur die Leistungsklasse von L auf A zurückgestuft worden, sondern auch die Streckenführung wurde geändert, die Mannschafts-Dressur abgeschafft, die Aufwärm-Wegestrecke gestrichen und die Prüfung für Oldenburger Ponys "freigeschaltet". Auch die Prüfungs-Folge wurde neu rangiert - an die Einzel-Dressur (Freitagvormittag) schließt sich jetzt sofort die Verfassungsprüfung an, nachmittags geht es dann in den Springparcours. Nach einem Ruhetag steht am Sonntagvormittag das Finale mit der Geländeprüfung als spektakulärer Schlusspunkt an.
Rekord: Stall Schockemöhle nennt 90 Pferde
RRV Rastede. Der Stall Schockemöhle ( Mühlen/Steinfeld und Gestüt Lewitz) hat mit der Nennung von 90 Pferden für das Landesturnier einen neuen Rekord aufgestellt (Vorjahr 73). Darunter sind 48 Vier- und Fünfjährige, 35 stammen aus der Oldenburger Zucht. Der Hof Kasselmann aus Hagen meldete 38 (Vorjahr 36), davon 16 Oldenburger, die Familie Sosath aus Lemwerder 37 (Vorjahr 32), zehn mit OL-Brand, und das Gestüt Sprehe aus Löningen 23 (31), davon sechs Oldenburger.
59. Oldenburger Landesturnier im Kurzüberblick
Ausgeschriebene Prüfungen: 96 (Vorjahr 95):
Turnier-Gesamtkosten: ca. 430 000 Euro
Dotierung gesamt: ca. 95 000 Euro
Großer Preis Öffentliche Versicherungen: 12 500 Euro
Buddelei-Trophy: 8 000 Euro
Championat Landessparkasse: 6 000 Euro
Grand Prix de Dressage: 3 500 Euro
Parcoursbau: Hans Sattler
Genannte Pferde: 1938 (Vorjahr 1852)
Reiter gesamt: 802 (750)
Startnennungen: ca. 3200 (3200)
Reiter Große Tour: ca. 40
Wichtigste Prüfungen:
Großer Preis Öffentliche Versicherungen; Buddelei-Trophy; Championat Landessparkasse; Grand Prix de Dressage; Rasteder Viererzug-Championat; Oldenburger Landesmeisterschaften im Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Zweispännerfahren.
Unterhaltungs-Bereich:
Familien-Nachmittag (Freitag); Kinderprogramm mit Ponys, (Streicheln, Anfassen, Führen und Reiten); Voltigiervorführungen; Spiel- und Erlebniswiese; Luftballon-Weitflugwettbewerb.
Freitag und Samstag: Ponyspiele des Oldenburger Reiterverbandes mit Finale.
Samstag: Großes Mitternachts-Feuerwerk.
Platzrundgang mit Reitsportzubehör; Getränkeständen; diversen Verpflegungsständen (Brötchen, Würstchen, Pizza, Crepes, Baguetten, Süßigkeiten etc.); Zelt-Restaurants mit Mittagstisch.
Sonderwettbewerbe:
Mächtigkeitsspringen am Freitagabend mit anschließender Pony-Quadrille.
Ride & Drive Prüfung am Samstagabend.
Barrierenspringen bis zum 4. Stechen am Samstagabend.
Sonderwettbewerb für Ponys und Pferde der Kreisreiterverbände.
Elitestutenschau des Oldenburger Pferdezuchtverbandes mit Brillantring und des Springpferde-Zuchtverbandes Oldenburg-International (OS) am Donnerstag.
Mannschaftswettkampf der Kreisreiterverbände im Oldenburger Reiterverband am Sonntag.
Wanderpokal für Mannschaftsspringen der Bezirksverbände.
Neuigkeiten 2007:
Fahrprüfung für Einspänner Pferde und Ponys; Qualifikation für das Bundeschampionat. Mannschaftsdressurprüfung Klasse M mit Mannschaften aus Oldenburg, Bremen, Hannover und dem Emsland.
Zweispänner-Prüfung für Pferde und Ponys mit zugeteilten Beifahrern (Freitag und Samstag).
59. Oldenburger Landesturnier in Zahlen
Von den bis jetzt 1938 gemeldeten Pferden kommen:
1101 aus Deutschland (Vorjahr: 1375)
58 aus Holland ( Vorjahr: 50) sowie weitere aus Belgien, Dänemark, Italien, Frankreich, England, Irland, Schweiz, Polen, Russland, Estland, Lettland, Tschechien, Ungarn, Australien, Österreich.
Von den deutschen Pferden sind:
786 aus Oldenburg (Vorjahr: 804)
297 aus Hannover (264)
142 aus Holstein (149)
121 aus Westfalen (108)
sowie aus anderen Zuchtgebieten.
Gemeldet sind:
85 Dreijährige (78)
207 Vierjährige (196)
392 Fünfjährige (381)
288 Sechsjährige (286)
Der Rest ist 7-22 Jahre alt. Ältestes Pferd ist „Flair“, eine 22 Jahre alte dunkelbraune Stute von Michael Quinkler vom RFV Meyersberg-Homberg. Gemeldet für Gespannfahren.
Ponys: 252
Großpferde: 1686
Reiterinnen/Reiter: 802 (740):
Gemeldet haben:
285 Reiter / 35,5 Prozent); (Vorjahr 278 / 37,6 Prozent)
und
517 Reiterinnen / 64,5 Prozent; (Vorjahr 462 / 62,4 Prozent)
Altersklassen:
77 Junge Reiter (74)
178 Junioren (178)
332 Reiter (300)
215 Senioren (188)
Höchste Teilnehmerzahlen aus Oldenburger Vereinen:
Ganderkesee 26 (24)
Oldbg. Münsterland 16 (23)
Reiterverein Höven 26 (22)
Rastede 23 (21)
Löningen-Ehren 17 (21)
Sturmvogel Beme 18 (16)
RV Vechta 16 (15)
273 Vereine meldeten für Rastede
RRV Rastede. Das hat es bei einem Oldenburger Landesturnier noch nicht gegeben: Aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich 802 Reiterinnen und Reiter aus nicht weniger als 273 Vereinen zu den verschiedenen Prüfungen angemeldet. Von Schleswig-Holstein über Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, dem Saarland, Baden-Württemberg bis Bayern reicht die Palette der Vereinsnamen. Aus dem Reiterverband Oldenburg sind von den zur Zeit 121 Mitgliedsvereinen 74 in Rastede dabei, aus dem Verband der Emsländischen Reit- und Fahrvereine sind 23 Vereine vertreten , aus dem Bezirksverband Osnabrück ebenfalls 23, und aus den Kreisreiterverbänden des Bezirksverbandes Ostfriesland 14. Die Pferdesportgemeinschaft (PSG) Schweizer Hof aus Brunnthal südlich von München ist der mit über 800 Kilometer am weitesten von Rastede entfernte Verein, aus dem sich die 34-jährige Monika Mittermayer aus Greiling bei Bad Tölz mit ihrem Hengst „Drakkar Noir“ zu zwei Oldenburger Reitpferde-Championatsprüfungen angemeldet hat.
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