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62. Oldenburger Landesturnier
20. bis 25. Juli 2010

Pressemitteilung Nr. 3 vom 17.07.2008

Pollmann-Schweckhorst reitet "Große Tour"

Ulrich Kirchhoff holt zwei italienische Elitereiter nach Rastede

RRV Rastede. Der deutsche Olympia-Ersatzreiter Alois Pollmann-Schweckhorst, der für Heinrich Hermann Engemann nachnominiert wurde, hat für das 60. Oldenburger Landesturnier nachgemeldet und wird in Rastede in den Prüfungen der "Youngster-Tour" und der "Großen Tour" an den Start gehen. Der 44-Jährige, der im vergangenen Jahr mit seiner Familie nach Mühlen ins Oldenburger Münsterland umzog und sich dort auf der Anlage von Paul Schockemöhle auch sportlichen und züchterischen Belangen widmet, kommt am Freitag (25. Juli) direkt aus dem deutschen Olympia-Vorbereitungslager der Reiter in Warendorf nach Rastede. Sein für die Spiele in China nominiertes Spitzenpferd "Lord Louis" darf er in Rastede allerdings nicht einsetzen, da es in der Quarantänestation des Bundesleistungszentrums bleiben muss. Als weitere sehr gute Pferde stehen ihm u.a. aber auch Diamond Daylight, Catch me und die Holsteiner Stute Candy für das Landesturnier zur Verfügung. Pollmann-Schweckhorst ist deutscher Vizemeister der Springreiter 2008.

Außerdem hat Doppel-Olympiasieger Ulrich Kirchhoff für die Teilnahme zweier italienischer Spitzenreiter am Landesturnier gesorgt. Omar Bonomelli und seine Lebensgefährtin Jonalla Legistri zählen in ihrem Heimatland schon seit langem zur Springelite und erreichten in den letzten Jahren auch bei der Teilnahme an großen deutschen Turnieren – Bonomelli z. B. mit Quintero in München und mit Imperium beim Großen Preis des CSI in Neumünster – gute vordere Plätze. Das Paar, das am Gardasee eine Reitanlage betreibt, will ebenfalls in der "Youngster Tour" und der "Großen Tour" sein Glück versuchen. Es ist mit Kirchhoff befreundet und wird bereits zum Anfang der Turnierwoche mit seinen Pferden in Rastede erwartet.

Spitzenreiter schon am Dienstag im Parcours

Kirchhoff, Böckmann, Stevens, Pedersen, Rüping, Sosath u.a. starten mit Nachwuchspferden für das Bundeschampionat

RRV Rastede. Insgesamt sechs Tage lang, vom 22. – 27 Juli, steht Rastede ganz im Zeichen der größten pferdesportlichen Leistungsschau ihrer Art in Deutschland, die 2008 als Jubiläumsturnier im sportlichen Bereich weitere Rekordmarken setzt. Da zu einigen der 93 ausgeschriebenen Prüfungen noch Nachmeldungen erlaubt sind, erwarten die Veranstalter mehr als 800 Reiter/innen, fast 2200 Pferde und etwa 3300 Startnennungen. An Preisgeldern sind diesmal über 100 000 Euro ausgelobt worden, der Gesamtetat des 60. Landesturniers liegt bei ca. 750 000 Euro.

Seit Jahren schon erfreuen sich auch bei den Spitzenreitern der Leistungsklasse 1 die Springprüfungen am ersten Tag – darunter besonders die Springpferdeprüfung der 6-jährigen als Qualifikation zum Bundeschampionat (BC) – großer Beliebtheit. Und so sind Doppel-Olympiasieger Ulrich Kirchhoff, Gilbert Böckmann, Mario Stevens, Sören Pedersen, Philip Rüping, Gerd Sosath u.a. bereits am Dienstag im Rasteder Parcours zu sehen. Mit je 137 reservierten Startplätzen sind in einer Vormittags-Einlaufprüfung und einer um 13 Uhr beginnenden BC-Prüfung relativ große Felder entstanden, in denen sich die "elitären Namen" mit ihren Nachwuchspferden gegen mehr als 100 Konkurrenten durchsetzen müssen, um im September in Warendorf dabei sein zu können.

Kirchhoff und Co. sind zwar am Dienstagmorgen schon recht früh dran, aber den Eröffnungsritt der Jubiläumsveranstaltung absolviert eine Amazone. Pünktlich um 8.30 Uhr soll laut Startfolge Silke Renzing vom Reiterverein Fischerhude auf ihrer 5-jährigen Stute Kokolores im schmucken Viereck D2 in die Dressurpferdeprüfung der Klasse L gehen und damit das 60. Landesturnier sportlich eröffnen. Sie tritt in dieser Einlaufprüfung gegen 40 Mitbewerber/innen an, um sich auf eine spätere Qualifikationsprüfung für das Bundeschampionat vorzubereiten.

Etwa 30 000 bis 32 000 Besucher werden an den sechs Tagen zu der Großveranstaltung im Rasteder Schlosspark erwartet. Sie findet als Blau-Rote-Leistungsschau weit über die Grenzen der Region hinaus Beachtung und soll – wie Rastedes Vereinsvorsitzender und Turnierleiter Claas E. Daun versicherte - auch künftig "ohne Verwässerung oder Verwischung traditioneller Inhalte und Konturen" fortgeführt werden.

"Wetten, dass...?" - Sondereinlage vor dem Spring-Finale

200 Oldenburger Reitsportfreunde treten gegen die "Öffentliche" an

RRV Rastede. Den Anstoß zu einer ungewöhnlichen Programmeinlage gab Hans Huster-Klatte aus Lastrup, Koordinator Springen beim Pferdesportverband Weser-Ems, als er einen Vorschlag zur Aufstellung eines "Guinness-Weltrehkordes im Parcoursaufbau" anlässlich des 60. Landesturniers einbrachte. Da die Buch-Herausgeber aber abwinkten, entstand bei Hans Huster-Klatte und im Rasteder Turnierstab in Anlehnung an die große deutsche Fernseh-Unterhaltungsschau "Wetten, dass...?" eine andere und nicht minder tolle Idee, die schließlich zu einer einmaligen "Turnierprüfung" im herzoglichen Schlosspark in Rastede führte. Denn mit der Behauptung: "Ich wette, dass es 200 Mitglieder aus Reitervereinen der Region nicht schaffen, den Springparcours zum >Großen Preis der Öffentlichen Versicherungen< am Sonntagnachmittag innerhalb von 111 Sekunden korrekt aufzubauen," forderte das Vorstandsmitglied des Unternehmens, Horst Schreiber, den Ideengeber Huster-Klatte und auch den Organisationsstab der Veranstalter unter Wolfgang Teske zu einer Prüfung heraus, die im gesamten deutschen Turniergeschehen bislang noch nirgendwo im Programm stand.

Denn Huster-Klatte, Teske und mit ihm die 132 Vereine des Reiterverbandes Oldenburg haben die Wette angenommen. Gewinnt Horst Schreiber, der seit Jahrzehnten ein großer Freund und Förderer des Oldenburger Reitsports ist, hätte er die persönliche Genugtuung, besser kalkulieren zu können als ein ganzes Team von Turnier-Funktionären und einigen hundert schnellfüßigen und vorher schon von Profis in den Parcoursbau eingewiesenen und trainierten Aufbau-Laien. Verliert der Repräsentant der "Öffentlichen" jedoch, ist das Sponsoring des "Großen Preises" des Landesturniers durch das Unternehmen bis 2013 gesichert. "Wir werden die Wette gewinnen," geben sich die Turnierleiter Claas E. Daun vom RRV Rastede und Hans Fleming vom Reiterverband (RVO), Hans Huster-Klatte und Wolfgang Teske unisono zuversichtlich, "unsere Mannschaft wird beweisen, dass mit straffer Organisation und persönlichem Ehrgeiz auch der schwerste S-Parcours blitzschnell aufgebaut werden kann."

Parcourschef Hans Sattler aus Hatten, oberster Chef der Streckenplanungen und Hindernis-Aufbauten aller Springprüfungen des 60. Landesturniers, zweifelt ebenfalls nicht daran, dass es nach dem bereits erfolgten praktischen Training den zwei Hundertschaften des RVO gelingen wird, den von ihm skizzierten Parcoursverlauf sauber mit den Hindernissen zu versehen. "Ich begrüße diese Wette, das ist mal etwas ganz anderes. Normalerweise brauche ich mit meinen 16 Assistenten etwa 20 bis 30 Minuten für einen solchen Parcours. Jetzt werden meine Leute passiv bleiben, sie werden lediglich mit einer Hindernisnummer dort stehen, wo das Hindernis aufgebaut werden muss. Nach dem Startsignal haben die Vereinshelfer dann weniger als zwei Minuten Zeit, um Hochweitsprung, Steilsprung, Triple und andere richtig zu platzieren und aufzurichten."

Der genaue Parcoursverlauf bleibt bis kurz vor dem Aufbau ein Geheimnis Sattlers. Fest steht allerdings, dass er rund 500 Meter lang sein und 12 Hindernisse mit 15 Sprüngen, darunter eine zweifache und eine dreifache Kombination, haben wird. Die Linienführung enthält sowohl weite als auch engere Bögen und Wendungen. Zum Aufbau gehören aber nicht nur Seitenteile, Balken, Gatter u.ä., auch Begrenzungsflaggen, Blumen und andere Dekorationen müssen einwandfrei angebracht werden. "Der sportliche Wert der Prüfung darf keineswegs beeinträchtigt werden," sagt Hans Sattler, "ich bin selbst gespannt, wie die Aktion ablaufen wird." Eines aber ist für ihn absolut klar: Wenn der Parcours nicht in exakt 111 Sekunden supergenau steht oder die Richter Claus Bergjohann aus Hasbergen, Joachim Geilfuß aus Duderstadt und Jürgen Uthoff aus Bielefeld, die mit ihm die Schlussabnahme machen, Beanstandungen aussprechen, dann hat Horst Schreiber die Wette gewonnen.

Und das 200er-Team? Es erhält dann weder das im Wettgewinn mit inbegriffene 200-Liter-Faß mit kühlem "Jever-Pils" noch die versprochene knackige Ammerländer Grill-Bratwurst. Sicher ist allen auf jeden Fall aber der Beifall des zahlreichen Publikums rund um den Parcours!

Acht Vereine meldeten Vielseitigkeits-Mannschaften

RRV Rastede. Für die im Rahmen der Oldenburger Meisterschaften durchgeführte Vielseitigkeitsprüfung Klasse A für Mannschaften (Gustav-Hullmann-Erinnerungspreis) haben acht Vereine insgesamt 38 Reiter/innen gemeldet. Aus weiteren 11 Oldenburger Vereinen gehen zusätzlich 12 Teilnehmer/innen in den Kampf um den Einzelreiter-Titel (Jan-Noordendorp-Preis). Unter diesen 50 angekündigten Startern sind 10 Ponyreiter/innen. Die "Kleine Rasteder Military" beginnt am Freitag mit der Dressur, der Verfassungsprüfung und dem Springen. Die Entscheidung um die Meistertitel Vielseitigkeit Jugend, Reiter, Ponys und Mannschaft fällt am Sonntagmorgen beim Geländeritt.

Reiter aus 21 Nationen in Springen, Dressur und Fahren

RRV Rastede. Von den bis jetzt offiziell gemeldeten rund 800 aktiven Turnierteilnehmern kommen allein 737 aus Deutschland. Aus weiteren Nationen sind vertreten acht Schweden, fünf Niederländer, vier Belgier, drei Schweizer, drei Engländer und je zwei Dänen, Australier, Russsen, Amerikaner und Chinesen. Aber auch Polen, Litauen, Mexiko, Italien, Luxemburg, Argentinien, Österreich, Canada, Spanien und Frankreich tauchen in der Nationenliste auf. Bekanntester ausländischer Springreiter ist der Däne Sören Pedersen (RFV Holzhausen), bei den Dressurreiterinnen ist Christine Haddad aus den USA eine der Favoritinnen in der "Großen Tour". Zu den Vierspänner-Prüfungen hat sich aus Melz in der Schweiz der 66-jährige Franz Schnider angemeldet.

Stall Schockemöhle dominiert

RRV Rastede. Mit der Startnennung von 103 Pferden hat das Zuchtimperium Paul Schockemöhle erstmals in Rastede die 100er-Grenze überschritten. Davon kommen fast 2/3 (67) aus Europas größtem Unternehmen dieser Art, dem Gestüt Lewitz in Neustadt/Glewe (Mecklenburg/Vorpommern). Im Riesenaufgebot des PS-Stalls für das Landesturnier sind 45 Hengste und 31 Stuten verzeichnet. Der Hof Kasselmann (Hagen) hat 49 Pferde gemeldet, die Sosath-Familie aus Lemwerder 42 und das Gestüt Sprehe (Löningen) 32. Unter den insgesamt über 2000 für das Jubiläumsturnier genannten Pferden sind 740 Oldenburger, 325 Hannoveraner, 140 Holsteiner und 130 Westfalen. Mit 258 genannten Ponys im Stockmaß von 1,20 bis 1,48 m, darunter 220 Deutschen Reitponys (DR), verzeichnen die Rasteder Reitertage 2008 ebenfalls einen Rekord.

Weniger Papier - mehr Informationen

RRV Rastede. Die vor einigen Jahren vom Turnierstab begonnene "Reform" in Organisation, Struktur und Programmablauf des Landesturniers hat zu einer weiteren und jedem Teilnehmer und Besucher sofort auffallenden Veränderung geführt: Das Programmheft alten Stils ist passẻ! Der noch im Vorjahr angebotene 350 Gramm schwere und 418 Seiten enthaltene Katalog ist ersetzt worden durch eine erheblich leichtere, nur etwa 130 Gramm wiegende 160seitige Broschüre, in der es weder eine Pferdeliste noch Einzelprüfungsblätter mehr gibt. Dafür aber eine Vielzahl wichtiger Informationen, ausführliche Hinweise zu den aktuellen Programmpunkten aller sechs Tage, eine Dokumentation zu "60 Jahre Landesturnier" sowie zahlreiche Fotos von Personen, reitsportlichen Szenen und spektakulären Situationen vergangener Veranstaltungen. Schließlich wurde das neue Werk mit seinen jetzt farbigen Seiten auch dem Druckstandard unserer Zeit angepasst.

7000 bunte Fähnchen für großes Schlussbild

RRV Rastede. Für das große Schlussbild des Landesturniers am Sonntagnachmittag, den Aufmarsch der aktiven Teilnehmer aus den Vereinen des Reiterverbandes Oldenburg, haben sich die Veranstalter einen besonderen "Gag" einfallen lassen. Insgesamt 7000 kleine Fähnchen im traditionellen Blau-Rot und bedruckt mit dem in Weiß-blau-rot gehaltenem Emblem des Landesturniers, sollen an die Zuschauer rund um den Parcours und auch an die einreitenden Teilnehmer ausgegeben werden. "Wir erhoffen ein im Publikum entstehendes fähnchenschwenkendes La-Ola-Bild, eine dementsprechende Stimmung und einen von viel Beifall begleiteten Schlussauftritt unserer Reiter", das wünscht sich Wolfgang Teske vom Organisationsstab als krönenden Abschluss der sechs Rasteder Jubiläumstage.

© Renn- und Reitverein Rastede e.V. (Daniel Block) 2000-2011